Während die Grünen das Insektensterben an dem angeblichen unverantwortlichen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft festmachen, wird die Windkraft als Insektenkiller außen vor gelassen. Der Hype, der von sogenannten Non-Profit-Organisationen oder NGO´s zum Thema Pflanzenschutzmittel (PSM) betrieben und von den Grünen befeuert wird, wird nicht nur einseitig, sondern zum Teil auch falsch dargestellt [1].

Merke: Pflanzenschutzmittel sind schlecht – Windkraftanlagen sind gut!?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat in diversen Vorträgen dem interessierten Bürger mitgeteilt, dass es nicht die PSM an sich, sondern eher die negativen Gefühle darum sind (die zumeist auch von den Medien ungefragt nachgeplappert werden) [2]. Man sollte sich die Statistiken des Landesamtes für Verbraucherschutz ansehen, anstatt dauernd auf der PSM-Keule zu reiten [3],[4],[5]. Da die Grünen ja so gerne den Verbrennungsmotor abschaffen wollen und neben dem Elektroauto lieber das Bahnfahren dem Verbraucher ans Herz legen, sei auf folgendes hingewiesen: Der größte Verbraucher von Glyphosat ist nicht etwa die Landwirtschaft, sondern die Deutsche Bahn! Ist nun jetzt Bahnfahren noch ökologisch?

Im Übrigen sind die tatsächlichen Gefahren, die durchaus von Lebensmitteln ausgehen können, eher in ganz anderen Bereichen anzusiedeln. Die beiden bekanntesten Rückrufseiten sind nur kaum beim Verbraucher bekannt und werden deshalb zur Übersicht aufgeführt [6],[7].

Vielleicht gilt es auch im Sinne der Nachhaltigkeit darüber nachzudenken, warum tiefgefrorene Erdbeeren aus China & Co in der Gemeinschaftsverpflegung verwendet wurden (Stichwort: Noroviren), weil das Essen für die Kindergärten und Schulen mit Kampfpreisen beworben wird bzw. warum man einen Ratsbeschluss im Wittenberger Stadtrat zu Fair-Trade Produkten fassen muss? Nachhaltig ist dieser Beschluss nämlich nicht. Besser wäre es gewesen, einen Teil der in der Wittenberger Altstadt leer stehenden Geschäfte für einen Regionalmarkt zu nutzen, anstatt Blumen, Kaffee oder Schokoladen aus Afrika mit Fair-Trade Siegel einseitig zu bevorzugen [8].

An dieser Stelle sei der Wittenberger SPD (aber auch den Grünen) dringend das Buch von Volker Seitz („Afrika wird armregiert oder Wie man Afrika wirklich helfen kann“) ans Herz gelegt. Milliarden an Entwicklungshilfe in diesen Kontinent über die sogenannten Hilfsorganisationen zu schieben bringt für die einheimische Bevölkerung überhaupt nichts! Eigentlich dienen diese Gelder nur den steuerfinanzierten Firmen (wie der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH) und den Familienclans der afrikanischen Herrscher. Den Bauern um die Ecke nutzt das deutsche Engagement nichts und den Wittenberger Händlern oder Verbrauchern auch nicht. Afrika muss (und kann) sich selbst helfen!

Nicht nur in Italien, auch in Spanien oder Griechenland gab es in den letzten Jahren große Betrugsfälle mit Bio Produkten bzw. mit deren Zertifikaten. Wann wird es bei Fair-Trade soweit sein, wenn seit Jahren immer mehr Lebensmitteldiscounter fair gehandelte oder hergestellte Produkte anbieten [9],[10]?

Deshalb: Nicht Artikel aus allen Ländern der Welt zu jeder Jahreszeit anbieten, sondern regional denken und handeln!

Der Landkreis Wittenberg hat nicht nur genug landwirtschaftlich genutzte Flächen, sondern auch viele Betriebe der Lebensmittelwirtschaft. Oftmals ist jedoch kaum dem Verbraucher bekannt, dass diese aus der hiesigen Region stammen. Hier könnten die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Anhalt-Bitterfeld-Dessau-Wittenberg und die zuständigen Institutionen (wie Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer) an einem Strang ziehen, um der Regionalität der im Landkreis produzierenden Firmen in den Fokus des Verbrauchers zu rücken. Die Lebensmittelwirtschaft sollte sich diesem Ansinnen nicht verschließen und aktiver daran mitarbeiten, aber ist dies von beiden Seiten überhaupt gewollt? Die größten Lebensmittelhändler in Deutschland bestimmen nun mal, wo es lang geht. Wer jetzt allerdings meint, er kaufe nicht bei Händler X, sollte sich die folgenden Fakten über die größten Lebensmittelkonzerne ansehen [11],[12].

Wie kann es also sein, dass Tomaten aus Marokko oder Spargel aus Peru (natürlich schön in Plastik verpackt) billiger angeboten werden können, als zum Beispiel die Wittenberger Tomate oder der heimische Spargel aus Seyda? Kaufen die fast jeden Freitag demonstrierenden Schüler auch regional, kochen sie selber? Sich hinstellen (noch dazu in der Schulzeit) und Klimaschutz einfordern ist das eine, das andere ist, dies auch als Vorbild selbst zu leben!

Wie wäre es denn, bei dem handwerklichen Bäcker oder Fleischer einzukaufen, anstatt bei den bekannten Lebensmittelketten? In unserem Wahlprogramm ist nicht umsonst die Rede von der Stärkung des Handwerks, nur muss das der wählende Verbraucher auch umsetzen. Es bringt den Betrieben des Lebensmittelhandwerks absolut nichts, wenn Industriebetriebe mit Höchstförderung vom Land bedacht werden und auch noch die vorhanden Fachkräfte vom Handwerk abwerben. Zu vielen Schülern und Eltern werden Abitur und Studium schmackhaft gemacht, anstatt das Handwerk zu stärken. Ist man für eine Veränderung bereit?

Wo waren eigentlich die Schüler bei den Fridays for Future Veranstaltungen am vorletzten Freitag? Es gab wohl keine, warum? Es waren Ferien! Elias, Tim und Luisa waren nicht auf den Marktplätzen zu finden, vielleicht aber im Flieger, denn in der Ferienzeit wird das Klima nicht gerettet, sondern eher mit dem Jet geplättet?

Aber auch sonst scheinen die jungen Leute Ausnahmen beim Klimaschutz zu machen, wenn es um Lebensmittel [13] oder die Markenbekleidung geht. Wo wird die doch gleich hergestellt? Indien, Bangladesch und China sind da zu nennen [14],[15]. Am besten wäre, dass die nächste Klimademo in „des Kaisers neuen Kleidern“ stattfinden würde – ein wirklich nachhaltiger Beitrag (weil man auch gleich auf Smartphones verzichten muss) …

  

Anstatt medienwirksam Aufmerksamkeit zu erzeugen, hat sich der Schreiber dieser Zeilen am vorletzten Samstag nach Jüterbog zu einer heimatlichen Wanderung aufgemacht und so ganz nebenbei auf dem Gelände die in den Bildern zu findende Ausbeute gemacht. Erstaunlich, was so im Gelände der Naturparkverwaltung und an anderen Stellen alles entsorgt werden kann, wobei dies nur ein kleiner Teil ist (Autoreifen lassen sich bekanntlich schlecht im Beutel transportieren). Im aktuellen Fall bringen Scherben nicht Glück, sondern retten den Wald vor unkontrollierten Bränden!

Jeder kann etwas ändern, vor Ort und ohne Ideologie, denn Umweltschutz ist auch Heimatschutz!

Maik Bialek

[1]
https://www.preussische-allgemeine.de/nachrichten/artikel/insektenkiller-windkraft.html

[2]
https://www.bfr.bund.de/cm/343/pflanzenschutzmittelrueckstaende-in-lebensmitteln-im-spiegel-der-printmedien.pdf

[3] https://verbraucherschutz.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/MS/LAV_Verbraucherschutz/lebensmittelsicherheit/PSM/Untersuchungsergebnisse2018.pdf

[4]
https://verbraucherschutz.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/MS/LAV_Verbraucherschutz/service/publikationen/jahresberichte/jahresbericht_2017_lebensmittel.pdf

[5]
https://verbraucherschutz.sachsen-anhalt.de/lebensmittelsicherheit/publikationen/

[6]
https://www.lebensmittelwarnung.de/bvl-lmw-de/liste/alle/deutschlandweit/10/0

[7]
http://www.produktrueckrufe.de/nahrungsmittel-und-genussmittel

[8]
https://afd-wittenberg.de/2019/01/18/haupt-und-wirtschaftsausschuss-faire-handelsstadt-wittenberg/

[9]
https://www.geo.de/natur/nachhaltigkeit/66-rtkl-nahrungsmittelbetrug-diese-lebensmittel-werden-besonders-haeufig

[10]
http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/eu-parlament-warnt-lebensmittelbetrug-in-europa-weitet-sich-aus-a-932438.html

[11]
https://utopia.de/groesste-lebensmittelkonzerne-114604/

[12]
https://www.horizont.net/planung-analyse/nachrichten/top-30-lebensmitteleinzelhandel-deutschland-lebensmittel-zeitung-veroeffentlich-haendler-ranking-173539

[13]
https://www.welt.de/wirtschaft/article192546421/Umfrage-Junge-Leute-werfen-besonders-oft-Lebensmittel-weg.html

[14]
https://www.focus.de/finanzen/news/tid-28299/kleidung-aus-billiglohn-laendern-in-fast-jedem-kleiderschrank-stecken-billig-klamotten_aid_868874.html

[15]
http://bonsum.at/magazin/produktionslaender-wo-kommt-unsere-kleidung-her

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