Die AfD-Fraktion im Kreistag stellte im Jahr 2020 einen Antrag, um ein Ersthelfersystem im Landkreis zu etablieren.

Ersthelfer, die sich registrieren, sollen per App über Notfälle in der Nähe informiert werden. Dies können lebensbedrohliche Lagen von Bürgern sein. Mit diesen Ersthelfern sollen die „Ersten Minuten des Notfalls“ überbrückt werden. Denn gerade bis zum Eintreffen der Rettungskräfte sind Angehörige oft nicht in der Lage, Erste Hilfe in angemessener Form zu leisten.

Genau hier sollte der Antrag greifen. Zur Zeit der Antragstellung ist es vermehrt zu Verspätungen der Rettungswagen gekommen. Diese müssen innerhalb von 12 Minuten am Einsatzort sein. Gerade auf dem Land war dies nicht möglich. Somit wäre ein Einsatz der Ersthelfer umso wichtiger.

Damals wurde der Antrag positiverweise in die Ausschüsse verwiesen und sollte in den Ausschüssen beraten werden. Dies geschah leider seitens der Verwaltung mehr als oberflächlich. Durch Corona genehmigte die AfD-Fraktion eine längere Bearbeitungszeit. Mittlerweile hat sich sogar das Rettungsdienstgesetz für Pilotprojekte der Ersthelfer ausgesprochen. So sollte den Ersthelfern nichts im Wege stehen.

Doch erst zwei Wochen vor dem Kreistag wurde ein Dokument vorgelegt, bei welchem viele offene Fragen waren. Fragen wie nach dem Versicherungsschutz dieser Ersthelfer wurden schlicht nicht beantwortet. Dies nach über einem Jahr der Bearbeitung. Deshalb hat der Vorsitzende der AfD-Kreistagsfraktion Matthias Liechke um Vertagung des Antrags auch mit dem Hinweis gebeten, dass er nun als Landtagsabgeordneter die Fragen selbst beantworten werden lasse und in etwa zwei Wochen die notwendigen Informationen habe.

Diesem Antrag zur Vertagung wurde im Wittenberger Kreistag am 25.04.2022 durch eine, wenn auch knappe Mehrheit, nicht entsprochen und nachfolgend abgelehnt. Es wird also in naher Zukunft keine Ersthelfer im Landkreis Wittenberg geben. Das Schlimme aber daran ist, dass schon 2020 nur 74,97 % aller Rettungsdiensteinsätze pünktlich waren und die Spanne der Patienten ohne Hilfe noch länger als gesetzlich vorgeschrieben war (d7737sak.pdf).

Kurz nach Ablehnung unseres Antrages kam sogar heraus, dass der Landkreis Wittenberg im Jahr 2021 weiterhin auf dem letzten Platz von Sachsen-Anhalt mit 75,87 % bei der Einhaltung der Hilfsfrist liegt, nachzulesen hier: d1161sak-pdf

Hier muss dringend nachgesteuert werden, was auch die Mitteldeutsche Zeitung unlängst in ihrem etwas unvollständigen Artikel vom 18.05.2022 dargestellt hatte. Aktuell wurden die Fragen bzw. die Fragen des Fachdienstes durch Matthias Lieschke beantwortet.
Die Antworten zeigen: EIN ERSTHELFERSYSTEM IST MÖGLICH UND GEWÜNSCHT!
Hier die Antworten der letzten Fragen: d1163aak.pdf
Wir lassen das Thema Ersthelfer hiermit nicht aus dem Fokus und bereiten einen neuen Anlauf vor!