In dem Beitrag im Lokalteil der MZ vom 27.01.2020 ist von der Wende um 1989 zu lesen. Die Gäste zu dieser Veranstaltung kann man durchaus hinterfragen, fangen wir wie im Originalbild von links an.
Horst Dübner (Die Linke) und seinerzeit Sekretär der SED-Kreisleitung (als ein damaliger entschlossener Gegner der Wende können wir uns seinen Standpunkt wohl denken) wird gefolgt von Sepp Müller (CDU), der zu diesem Zeitpunkt gerade das Licht der Welt erblickt hat und damit als Experte wohl eher ausfällt. Der dritte im Bunde ist der Oberbürgermeister a.D. Eckard Naumann (SPD), der die Gunst der Stunde genutzt hat und erst 1990 politisch aktiv geworden ist.

Warum hat man nicht Bürger der Lutherstadt Wittenberg eingeladen, die aktiv vor und während der Wende dabei gewesen sind?
Warum hat man nicht die Bürger eingeladen, die die Wende erst möglich gemacht haben, weil der Exitus der Bevölkerung bevorstand und die das Land auf abenteuerliche Weise verlassen hatten?

Es gibt diese Bürger in der Stadt und sie sind damals wie heute kritisch denkende und unbequeme Gäste in einem links, rot, grünen Ambiente! Ein Beispiel gefällig? Ein ehemaliger Stadtrat und (noch) Landtagsabgeordneter, der persönlich die Genehmigungen zu den Demonstrationen in der Lutherstadt Wittenberg bei der Volkspolizei angemeldet und sich so als Gegner der DDR zu erkennen gegeben hat. Auch ich selbst habe (nach zweimaligen Versuch mit Untersuchungshaft in Ungarn) es vor der Wende geschafft, die DDR zu verlassen!

Aber wie so oft, will man eigentlich nicht über die Wahrheit reden, sondern nur darüber, wie man noch über die Taten anderer sich selbst ins beste Licht rücken kann.

Ich habe so den Eindruck, dass es eine vierte Gewalt im Staate gibt (man nennt sich Presse) die nicht hinterfragt, sondern es hinnimmt und abdruckt, was „Experten“ in ihrem rosarotem Denken (oder besser rotem Denken?) und natürlich mit „Sachverstand“ von sich geben.

Eine Einladung eines kommunalen AfD Politikers in das Mehrgenerationenhaus war wohl von vornherein nicht gewünscht? Es gab ja nicht mal eine Einladung, weder zu diesem Gespräch, noch zur Sportgala oder zum Empfang des Augustinuswerkes! So sieht also die gelebte Toleranz in der „kleinsten Großstadt der Welt“ aus?

Genau das ist der Grund für meine Motivation, darum bin ich in der AfD!

Volker Scheurell