„Von gleichgeschlechtlichen Eltern bis zu Patchworkfamilien: Ein Medienkoffer mit Büchern und Spielen soll Kindern in Kitas und Grundschulen die Vielfalt der Familienformen näher bringen“. So zu lesen auf der Internetseite der Mitteldeutschen Zeitung am 05.04.2018. „Das lange angekündigte Projekt der schwarz-rot-grünen Landesregierung ist jetzt gestartet, wie das Gleichstellungsministerium auf Anfrage mitteilte.“ Der exakte Name lautet Ministerium für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen Anhalt. Aber um Justiz geht es hier nicht…

Hinter dem Umerziehungskoffer steckt das „Kompetenzzentrum geschlechtergerechte Kinder- und Jugendhilfe“. Der nebulöse Name ist sicher kein Zufall: Man kann lange darüber nachdenken, wie und wobei die Geschlechtergerechtigkeitskompetenzler Kindern helfen wollen, die eindeutig als Mädchen oder Junge das Licht der Welt erblickt haben. Unschuld schützt vor Umerziehung nicht. Laut MZ wird „ … eine Referentin den Koffer … in den Einrichtungen vorstellen und die Erzieher schulen.“ Alle Kindertagesstätten im Land sollen angeschrieben werden. Hoffentlich hält sich die Begeisterung der Beschäftigten und Eltern gegenüber so viel selbsternannter Kompetenz in Grenzen.

„Im Koffer für die Kitas stecken 19 Kinderbücher für 3- bis 7- jährige:“ (mz-online, s.o.). Zum Beispiel ein Werk mit dem beeindruckenden Titel “Keine Angst in Andersrum – Eine Geschichte vom anderen Ufer“, verfaßt von der Travestiekünstlerin Olivia Jones. In „Andersrum“ ist die gleichgeschlechtliche Ehe Norm, wie man den Kindern im Alter von drei bis sieben beibringt. Jetzt geht’s aber andersrum! Der gleichgeschlechtlich-früh-sexualisierungspädagogische Zeigefinger wird schon im Titel deutlich. Da denken die Kleinen schon mal über ihr Geschlecht nach.

Was sie sicher auch sollen, wenn es nach dem Willen des „Kompetenzzentrums“ geht: “Die Kategorie Geschlecht und die damit verbundenen Zuschreibungen scheinen eine ganz besondere Rolle zu spielen. Kinder und Jugendliche unterliegen einer geschlechtsspezifischen Sozialisation, die es zu hinterfragen gilt.“  Und: „Unser Anliegen ist es, dass sich Kinder akzeptiert fühlen – egal wie sie sind. … Wir wollen den Normalitätsbegriff ein Stück weit hinterfragen.“ So die Geschäftsführerin des Kompetenzzentrums. Kitas sollen allen Ernstes „über den Tellerrand schauen, was es neben dem tradierten Familienbegriff – Vater, Mutter, Kind – noch für Familienmodelle gibt.“(mz-online, s.o.).

Die Koffererfinder wären sicher glücklich, wenn Klein-Frieda nach Hause käme: „ Ich will auch zwei Mamas! Ich will auch zwei Papas! Ich will auch zwei…!“ Damit wäre zumindest ein kleiner Schritt zur Zerstörung der traditionellen Familie getan. Das „Gleichstellungsministerium“ unterstützt das verkrampfte Vorhaben, Ausnahmen als Normalität herbeizureden: „Zielperspektive: „Mitarbeiter_innen der Elementarbildung in Sachsen-Anhalt sind sensibilisiert für den Umgang mit LSBTTI, vor allem im Hinblick auf gendervariante, transgender, transsexuelle und intergeschlechtliche Kinder sowie Regenbogenfamilien. In Kindertageseinrichtungen wird ein geschlechter-reflektierender Ansatz angewandt, der diese Vielfalt berücksichtigt.“ Quelle des Zitats: „Das Aktionsprogramm für die Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendern, Transsexuellen und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTTI) in Sachsen-Anhalt.“ Viele sich in ihrer „Geschlechterrolle“ wohlfühlende Frauen und Männer werden über soviel Unfug staunen. Genauso viele der unbedingt gleichzustellenden LSBTTI, die einen klaren Kopf bewahrt haben und nicht in Interessenverbänden organisiert sind.

Am 12.04.2018 wurde das Thema in der Mitteldeutschen Zeitung noch einmal aufgegriffen („Der Koffer gegen Vorurteile“). Sarah Brune, Referentin des Kompetenzzentrums, wird zitiert: „Die Kinder sollen sich in den Geschichten wiederfinden. Die Bücher sollen vor allem zeigen: Anderssein ist normal.“ Man könnte das ganze Projekt als wirre Fantasie von Weltveränderungsfanatikern abtun, wäre die Gefahr nicht unverkennbar: „Normal ist nicht normal“ spricht die Tante (oder das Tant?) mit dem Koffer. „Auch ihr könnt anders sein. Ihr müßt es nur hinterfragen.“ Dafür ist im Alter von drei bis sieben genau die richtige Zeit.

Es mag die LSBTTI-Gleichstellungskrieger*innen und ihre Apologet*innen vom anderen Ufer, wie es Olivia Jones nennt, zu Schnappatmung veranlassen: Normal ist es immer noch, daß der Junge Oliver oder dass Mädchen Stefanie von Mutti oder Vati aus der Kita abgeholt wird. Und die sind eindeutig als Frau oder Mann erkennbar. Das ist für Eiferer zwar empörend, aber normal. Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen.

Hoffen wir, daß möglichst viele Eltern und Erzieherinnen nach dem Motto verfahren: Drückt ihnen den Koffer in die Hand und schickt sie nach Hause – nach Andersrumland.

Helmut Poenicke

 

https://www.mz-web.de/sachsen-anhalt/projekt-fuer-erzieher-neuer-kita-koffer-soll-vielfalt-der-familienformen-naeherbringen-29968378

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